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Ich möchte sie heute in eine süße Welt entführen. Süß, außerordentlich süß und lecker.
Manche träumen nur von dieser Sache, für viele aber ist es jeden Tag Realität.
Die Rede ist von Schokolade, ja Sie haben richtig gehört, Schokolade. Zergeht nicht schon der Name auf der Zunge? Hören Sie noch einmal genau hin: Schokolade
Wie entsteht nun diese köstlichste Sache der Welt? Die Grundlage ist die Kakaobohne und woher stammt die Kakaobohne? Vom Kakaobaum! Ich bin der Sache einmal auf den Grund gegangen. Der Rohkakao kommt ausschließlich aus künstlich angelegten Kakaobaum-Anpflanzungen, die man in schattenspendenden, tropischen Regenwäldern findet. Der knorrige Baum mit seiner breiten Krone aus schwertartigen, glänzend-glatten Blättern kann bis zu 15 Meter hoch werden. Für die einfachere Ernte wird er aber auf 6 bis 8 Meter gestutzt. Das ganze Jahr über ist der Kakaobaum belaubt und treibt Blüten. Nach 3 Jahren bilden sich die ersten und nach weiteren 7 Jahren erreicht er die Höchstzahl von bis zu 100.000 gelblich-weißen oder rötlichen Blüten. Da die natürliche Befruchtung nur höchstens 6 % beträgt, hilft der Mensch auf modernen Kakaoplantagen durch künstliches Bestäuben nach. Sechs Wochen danach bilden sich die ersten Kakaofrüchte. 4 - 5 Monate später kann geerntet werden. Die Früchte, es sind Trockenbeeren, enthalten Pulpa, ein süßliches Fruchtmus, in dem die Samen eingebettet sind.
Wie zu Zeiten der Azteken wird auch heute noch in allen Kakaoländern der Welt per Hand geerntet. Die Früchte werden mit der Machete abgeschlagen. Anschließend werden Fruchtmus und Samen aus der Schale entfernt. Die so gewonnene Masse wird in Holzkisten gefüllt und mit Palmenblättern abgedeckt. Nach kurzer Zeit setzt ein Gärprozess, die Fermentation, ein. Bei diesem chemischen Prozess oxidieren die herben Gerbstoffe, das feuchte Fruchtmus löst sich auf und fließt ab. Die Kerne färben sich dunkel, das typische Kakaoaroma entsteht. In 5 bis 10 Tagen ist der Prozess der Fermentation abgeschlossen. Nachdem die Kakaobohnen mehrere Tage in der Tropensonne getrocknet wurden, verpackt man Sie in Jutesäcke und die Reise in die Verarbeitungsländer kann beginnen.
Aber fangen wir mal ganz vorne an: Die Geschichte der Schokolade beginnt um das Jahr 1.500 vor Christus. Viele Historiker sind sich sicher, dass der Kakaobaum zuerst von den Olmeken, die im Gebiet der heutigen Golfküste von Mexiko lebten, kultiviert wurde und nicht wie allgemein angenommen, von den Azteken. Einige hundert Jahre nach dem Untergang des olmekischen Reiches, siedelten die Maya in diesem Gebiet und übernahmen im großen Stil die Anbautechnik des Kakaos. Die von den Maya zubereitete Schokolade hatte allerdings wenig Ähnlichkeit mit unserer heutigen. Es gab sie nur in flüssiger Form und dieses Getränkt wurde z.B. mit Chilipfeffer gewürzt Auch die Chocolaterie-Besitzerin Vianne im Film Chocolat, serviert ihren Besuchern immer Schokolade mit Chilliepfeffer. Der Sage nach hat Quetzalcoatl, der mächtige Gott des Windes und des Mondes, dem Volk der Maya den Samen des Kakaobaumes geschenkt. Nach dem rätselhaften Untergang der Maya besiedelten erst die hochzivilisierten Tolteken das vormals von den Maya bewohnte Gebiet später dann übernahmen die Azteken die Vorherrschaft über große Teile Mittelamerikas. Zu allen Zeiten wurde die Kakaobohne als Zahlungsmittel genutzt. Hier besagt die Überlieferung, dass ein Sklave für 100, eine Prostituierte für 10 und ein Kaninchen für 4 Kakaobohnen zu kaufen waren. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts findet man sie als Tauschmittel im südlichen Mexiko.
Im allgemeinen wird Hernando Cortés als erster Europäer genannt, der mit der aztekischen Schokolade in Berührung kam. Es war aber tatsächlich Christoph Kolumbus der 1502 von der Insel Guanaja vor der Küste des heutigen Honduras als erster Kakaobohnen mit nach Hause brachte. Allerdings erkannte Cortés im Gegensatz zu Kolumbus schon früh den ungeheuren Wert der Kakaobohne. Um 1580 wurde in Spanien die erste kakaoverarbeitende Fabrik der Welt errichtet. Von da an wurde die Schokolade auch in anderen euopäischen Ländern bekannt. Sie erreichte Deutschland zu Beginn des 17. Jahrhunderts, wurde allerdings lange Zeit nur als Medizin und Stärkungsmittel in Apotheken vertrieben. 1673 gründete der Niederländer Jan Jantz von Huesden in Bremen eine der ersten Kaffeestuben in der man Schokolade trinken konnte. Allerdings, wie überall auf der Welt auch, nur ein Privileg des Adels und der wohlhaben den Bürger. Friedrich der Große und auch die Dichter Goethe und Schiller gehörten zu den großen Schokoladenliebhabern dieser Zeit.
Als eine der ersten Schokoladefabriken in Deutschland gilt die im Jahre 1756 von Prinz Wilhelm von der Lippe in Steinhude gebaute Fabrik. Er holte Facharbeiter aus Portugal, die in Handarbeit die Schokolade produzierten. 1821 eröffnete Wilhelm Felsche in Leipzig eine Konditoreiwarenhandlung mit eigener Schokoladeproduktion und einige Jahre später das "cafe franciase". Das fand in vielen Großstädten Nachahmer. Dadurch hatte nun der Adel, wie in Frankreich, Italien und Spanien auch, die Möglichkeit in eleganter Umgebung zu plaudern und seine Schokolade zu trinken. Durch den Zusatz von Zucker schmeckte die Schokolade mittlerweile auch nicht mehr bitter oder herb, sondern süß! 1828 erfand der holländische Chemiker Conrad van Houten eine Kakaopresse, mit der Kakaopulver nun maschinell hergestellt werden konnte. Jetzt war der Siegeszug der Schokolade nicht mehr aufzuhalten. Überall in Europa entstanden Schokoladenfabriken.
Die erste bedeutende Änderung der Rezeptur von Schokolade seit die Spanier ihr den Zucker beimischten, war die Zugabe von Kakaobutter. Dadurch wurde die Schokolade weicher, geschmeidiger und ließ sich in Formen gießen. Das war die Geburtsstunde der modernen Tafelschokolade. Sie wurde 1849 erstmals auf der Handelsmesse in Birmingham präsentiert. Um 1880 wurden in Dresden etwa 550 Tonnen Schokolade pro Jahr hergestellt.
Der Pro-Kopf-Verbrauch an Schokolade in Deutschland beträgt über 8 Kilogramm. Bei diesem Verbrauch stellt sich doch die Frage, ist Schokolade gesund?
Bei den Maya wurde die abgeschöpfte Kakaobutter zur Herstellung von Wundsalben und Kosmetika verwandt. Aus der Überlieferung weiß man, dass das Kakaogetränk bei den schamanistischen Heilritualen der Kuna in Panama zur Verkürzung und Linderung der Geburtswehen verwandt wurde. Für die Maya war es ein Heilmittel gegen fast alle Erkrankungen, selbst zur Potenzsteigerung wurde es verordnet. Dann schlug die Meinung um. Schokolade wurde sogar als gefährlich bezeichnet. Es ist von einer Marquise die Rede, die während ihrer Schwangerschaft soviel Schokolade getrunken hat, dass sie einen Junge zur Welt brachte, der so schwarz wie die Nacht war und starb.
Was stimmt nun?
Manche Fachleute vertreten heute die Meinung, dass für eine gesunde Ernährung Schokolade total überflüssig ist. Wie schade! Außerdem sagen sie, enthält die Schokolade fürchterlich viel Kalorien und macht daher dick. Der in er Schokolade enthaltene Zucker, soll die Zähne angreifen. Andere wieder sind der Ansicht, dass die Schokolade jahrelang zu unrecht als Fettfalle und Krankmacher verschrien wurde. Das süße Wunder soll voll Überraschungen stecken.
Man sagt, je dunkler die Schokolade, je gesünder. Außerdem soll die Schokolade durch enthaltenes Vitamin E Falten glätten, durch den hohen Anteil an Flavonoiden, das sind Stoffe, die das schädliche LDL-Cholesterien senken, das Herz schützen , das Immunsystem stärken, schlank machen, wenn man 30 Minuten vor der Mahlzeit etwas Schokolade isst, dann steigt der Blutzuckerspiegel und das Gehirn täuscht Sättigung vor und glücklich machen soll sie auch.
Sollten Sie neugierig geworden sein und noch mehr über Schokolade erfahren wollen, besuchen Sie doch einfach ein Schokoladenmuseum, z.B. das “Mmmuseum” in Köln.
Na, wie sieht das jetzt mit Ihrem Appetit auf Schokolade aus? Aber übertreiben Sie es nicht, essen Sie nicht zuviel Schokolade, denn stark ist, wer eine Tafel Schokolade mit bloßen Händen in vier Teile zerbrechen kann und dann nur einen davon isst.
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