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Heute habe ich ein ganz besonders Thema ausgesucht. Es interessiert uns Frauen meistens brennend, aber es geht um Sie meine Herren und zwar genau um: Männer – Haare – viel – wenig –keine!
Wie bei allen anderen Dingen auch, ist die Haarmode des Mannes einem stetigen Wandel unterworfen.
Was heute modern ist, ist morgen schon wieder unmodern.
Langes Haar war zum Beispiel bei den Persern und den Ägyptern ein Zeichen der Körperkraft, der Macht und auch der sexuellen Potenz.
Schon in der Bibel wird berichtet, dass Samson, nachdem Delila ihm seine wallendes Haar heimlich abgeschnitten hatte, all seine Kraft verlor. Im antiken Griechenland war langes Haar ein Geschenk der Götter.
Um 450 vor Christus jedoch wandelte sich die Mode wieder und der Mann trug sein Haar wesentlich kürzer. Bei den Germanen richtet sich die Haarlänge nach der jeweiligen Standeszugehörigkeit, bei den Franken dagegen hatte nur der König langes Haar.
Sicherlich haben auch unsere großen Idole die Haarmode beeinflusst. Nach 1963 z.B. wurden die Männerhaare, natürlich geprägt durch die Beatles, wieder länger getragen.
Gefärbtes Männerhaar ist heute keine Seltenheit mehr, aber sie werden staunen, früher gab es das auch schon. Die mächtigen Priester der Pharaonen trugen eine hennarote oder blaue Haarpracht. Die Herrscher hellten ihre Frisuren mit Goldstaub auf. Die Griechen und Römer der Antike trugen blond, das erreichten Sie durch Safran, Ziegenfett oder Eidotter.
Hier ein tolles Rezept für eine tiefschwarze Haarfarbe von den alten Griechen verraten? Verweste Blutegel, die 60 Tage lang in einem verschlossenen Gefäß mit Wein und Essig eingelegt werden. Na ja, vielleicht doch nicht ganz das wahre, oder?
Wissen Sie eigentlich, wie unsere Harre überhaupt wachsen? Sie wachsen aus Haarbälgen oder Folikeln, von denen sich ca. 100.000 Stück auf dem Kopf befinden. In diesen Haarbälgen leben die Haarwurzeln. Der Teil des Haares, der aus den tief in der Haut liegenden Haarwurzeln herauswächst und an der Hautoberfläche sichtbar wird, ist längst abgestorben. Aber unsere Haarwurzeln, die leben. Sie bilden ständig neue Haarzellen, die dann die älteren abgestorbenen Zellen an die Hautoberfläche drücken.
Durchschnittlich wächst ein Haar 0,33 mm pro Tag, 1 cm im Monat und 9 bis 12 cm in einem Jahr. Folge davon ist, wer keine langen Haare haben möchte, muss sie regelmäßig schneiden. Da aber die wenigsten von uns, auch wir Frauen nicht, das selber können, benötigen wir doch hin und wieder einen Friseur.
Historiker haben herausgefunden, dass der erste Frisiersalon auf dem italienischen Festland ca. 300 vor Christus eröffnet wurde. Ein griechischer Kolonist aus Sizilien gilt als der Gründer des Friseurgewerbes. In den ersten Jahrhunderten nahmen nur Männer die Dienstes des Friseurs in Anspruch und auch nur Männer konnten diesen Beruf ergreifen. Erst vor 100 Jahren eroberten die Frauen dieses Arbeitsfeld. In den USA gibt es noch heute sog. “Barber Shops”, in denen keine Frau bedient wird. Also früher ausschließlich eine Männerdomäne.
Nun kommen wir zu Männern und keine Haare Zu diesem Thema habe ich Dr. Antonius Schwaaf, Dermatologe aus Bad Essen befragt
Ich habe immer wieder feststellen müssen, dass viele Männer mit ihrer Glatze oder den wenigen Haaren ein Problem haben. Vielleicht sogar zu verstehen, denn unsere Gesellschaft mit den Idealen ewiger Jugend stärkt auch nicht gerade das Selbstbewußtsein der Betroffenen . Sie fühlen sich oft nicht vollwertig, unattraktiv, älter als sie wirklich sind, in vielen Fällen sogar sexuell nicht mehr vollwertig und im Geschäftsleben benachteiligt.
Gewisse Vorurteile gegen eine Glatze sind sicher auch durch das Äußere einiger extremer Randgruppen, wie z.B. der Skinheads noch verstärkt worden. Aber überlegen Sie mal, laut Statistik ist in Europa fast jeder dritte Mann von Haarausfall betroffen und 80 Prozent bekommen im Verlauf ihres Lebens eine Glatze. Wieviel gehören davon wohl zu solch extremen Randgruppen?
Auch die Geschichte zeigt, dass es das Problem Glatze schon früher gab. Aristoteles allerdings hatte keine Schwierigkeiten damit. Für ihn war es ein Zeichen männlicher Potenz. Bei Cäsar dagegen sah es schon anders aus, er zierte sein Haupt mit einem Lorbeerkranz, um von seinen wenigen Haaren abzulenken. Im Alten Testament spricht man im Zusammenhang mit der Glatze von der Strafe Gottes. Karl der II. wurde wegen eben dieser spöttisch “der Kahle “ genannt und auch Ludwig der XIV litt sehr unter seinem spärlichen Haarwuchs.
Im Stern war letztens zu lesen, dass selbst der Schauspieler Uwe Ochsenknecht Probleme mit dem Rückgang seiner Haarpracht hat. Es gibt aber auch eine ganze Menge Beispiele dafür, dass man mit einer Glatze durchaus gut leben kann und auf die Damenwelt genauso attraktiv wirkt wie der Mann mit Haaren. Denken Sie an:
Yul Brynner, Telly Savalas, wer kennt nicht Kojak mit dem Lolly Sean Connery, hier finden wir allerdings das Vorurteil wieder: wer eine Glatze hat ist weniger attraktiv, denn er musste in den James-Bond-Filmen ein Toupet tragen. Auch David Beckham konnte man zeitweise ohne Haare sehen, Ja und Bruce Willis, ist das nicht ein toller Mann Politiker wie z.B. Walter Momper und Gregor Gysi stehen auch zu ihrer Glatze
Wenn Sie sich mal genauer umschauen, finden Sie heute vermehrt junge Leute, die keine Haare haben, weil es ihnen eben einfach gefällt oder aber weil es praktisch ist. Bei diesen jungen Männern ist die Glatze also nicht durch eine Krankheit entstanden und zu den erwähnten extremen Randgruppen gehören sie auch auf keinen Fall. Sie mögen es eben einfach!
Wie war das doch kürzlich mit unseren Handballspielern? Nach 26 Jahren wieder einen großen internationalen Titel gewonnen: die Europameisterschaft. Das wurde gefeiert bis zum Morgengrauen und am nächsten Tag sah man Klaus-Dieter Petersen, Mark Dragunski und Jan-Olaf Immel mit geschorenem Kopf.
Haben Sie nun alles ausprobiert, geholfen hat aber gar nichts und trotzdem sind Sie nach wie vor nicht bereit mit einer Glatze oder wenig Haaren herumzulaufen. Was tun?
Eine Alternative könnte die Perücke oder evtl. vorher noch das Toupet sein.
Vorreiter in Sachen Perücke waren bereits die Könige Frankreichs, so Ludwig XIII und auch Ludwig der XV. Jedoch die sog. Allongeperücke Ludwig des XIV. wurde zum Vorbild der männlichen Haarkunst dieser Epoche. Sie galt auch als Zeichen großer Gelehrsamkeit.
Der englische Hof folgte dem Vorbild der Franzosen und auch alle amerikanischen Präsidenten ließen sich bis zum Jahre 1817 nur mit Perücke abbilden, obwohl viele von Ihnen gar keine Glatze hatten. In Frankreich endete mit Beginn der Revolution das Perückenzeitalter. Allerdings mochte Casanova sich bis zu seinem Tod nicht von seiner künstlichen Haarpracht trennen. Ich bin der Meinung, sollten Sie eine Glatze haben, stehen Sie dazu . Es macht Sie nicht besser oder schlechter als andere. Sie wissen doch, jeder Mensch ist einzigartige und zu Ihnen gehören eben wenig oder keine Haare. Vielleicht müssen Sie nur manchmal etwas länger warten, bis die anderen erkennen, das Sie ein toller Typ sind.
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