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Es ist passiert! Sie oder auch er haben lange Zeit auf diesen Tag gewartet. Für viele geht damit ein sehnsüchtiger langer Traum in Erfüllung. Einige wenige sind vielleicht nicht begeistert, aber fast immer ändert sich das später.
Ein Kind wurde geboren!
Jemand hat mal die Geburt eines Kindes als ein “alltägliches Wunder” bezeichnet. Ich fand das sehr zutreffend, denn eigentlich ist sie ja nichts besonderes, es geschieht täglich mehrmals und dennoch ist sie etwas so großes, schönes und wunderbares, dass sie alles weit in den Schatten stellt, was ein Mensch je erlebt.
Baby´s wurden und werden zu allen Zeiten und überall auf der Welt geboren. Wie ein Kind das Licht der Welt erblickt, also der eigentliche Vorgang, hat sich seit der Entstehung der Menschheit nicht geändert. Allerdings hat man versucht der Frau diesen Geburtsvorgang zu erleichtern. Ob alle Maßnahmen wirklich eine Erleichterung sind, muss sicherlich jede Frau für sich selber entscheiden.
Kennen Sie den Spruch: “Stell dich doch nicht so an, früher haben die Frauen die Kinder mal gerade zwischen der Arbeit auf dem Feld bekommen und dann gleich weitergearbeitet.” Gott sei dank hat sich diese Meinung im Laufe der Jahre gerändert. Denn heute ist “das Kinderkriegen” nicht mehr allein Sache der Frau, sondern beider Elternteile, also Frau und Mann. Die meisten Ehemänner begleiten Ihre Frau zur Entbindung und bleiben auch dabei, das wäre früher unmöglich gewesen.
Frauen hatten damals, bevor die Medizin zur Wissenschaft wurde, fast keine Ahnung, was während so einer Entbindung auf sie zukam. Was sicherlich auch gut war, denn sonst hätte es wohl keine Baby´s gegeben.
Es wird von einer französischen Prinzessin berichtet, die 30 Stunden in den Wehen lag und während dieser Zeit in regelmäßigen Abständen zur Ader gelassen wurde. Als das Kind dann endlich geboren war, wickelte man es in eine Lammhaut. Diese Haut hatte man kurz zuvor dem lebenden Tier im Entbindungszimmer abgezogen. Man glaubte außerdem, dass es gefährlich sei nach einer schwierigen Geburt gleich einzuschlafen. Deshalb hielt man die junge Mutter mehrere Stunden lang mit Gewalt wach. Aber es kommt noch schlimmer. Als sie nun endlich eingeschlafen war, versiegelte man das Zimmer und die Prinzessin musste 9 Tage in völliger Dunkelheit verbringen.
Das war ja wohl ein Alptraum! Dagegen ist heutzutage die Geburt ein reines Vergnügen, na ja, vielleicht doch nicht ganz ein Vergnügen.
Aber auch wenn sich vieles geändert hat, ist das Austragen eines Kindes und die anschließende Geburt für die meisten Frauen doch noch ein geheimnisvolles Erlebnis. Trotz aller Bücher, die über dieses Thema verfasst wurden, trotz der vielfältigen Vorbereitungskurse, die informieren und praktische Anleitungen geben, trotz der Kliniken, die den Verlauf des Geschehens überprüfen und überwachen, bleibt die Geburt für die Frau in vieler Hinsicht eine Reise ins Unbekannte.
Ich habe auf der Entbindungsstation des Krankehauses Lübbecke einen Besuch gemacht und habe mich dort mit Dr. Matthias Schütte, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe getroffen, er begleitet mich nun auf meiner Entdeckungsreise durch diese Station und wird mir alles erklären..
Gleich in der Anmeldung wird man freundlich von einer Hebamme begrüßt. Dort erfahre ich, dass zurzeit Hochbetrieb herrscht und alle 3 Kreissäle belegt sind. Dr. Schütte hält kurz Rücksprache mit den werdenden Müttern und tatsächlich darf ich einen Blick hineinwerfen. Es gibt einen gelben, einen grünen und einen blauen Kreissaal. Sie sind alle fast gleich ausgestattet, mit einem CD-Player, Musik darf man mitbringen, warmem Licht, an den Fenster zu den jeweiligen Fliesen farblich abgestimmte Lamellen und natürlich auch den erforderlichen medizinischen Geräte. Im grünen Kreissaal ist seit ca. 3 Jahren noch eine Gebärwanne zu finden, die eigentlich wie eine schöne große Badewanne aussieht. Den notwendigen Operationssaal gibt es natürlich auch. Der Chefarzt Dr. Rache, die beiden Oberärzte Dr. Strauch und Dr. Schütte sowie 5 Assistenzärzte und 11 Hebammen sind im Wechsel rund um die Uhr für die werdenden und bereits gewordenen Muttis da.
Weiter geht´s mit dem Fahrstuhl in die 7. Etage, dort befindet sich die eigentliche Station, auf die die Patientinnen nach der Geburt mit ihren Kindern gebracht werden. Gleich am Anfang ist ein kleines nettes und freundliches Patientenbistro, in dem gemeinsam das Frühstück und das Abendbrot eingenommen werden kann, wohlgemerkt kann, nicht muss. Einige Schritte weiter ist auf der linken Seite das Babyzimmer. Vergeblich suche ich durch die Scheiben die kleinen Winzlinge. Dr. Schütte erklärt mir, dass die meisten Mütter das Rooming-In-Angebot nutzen und ihre Kinder bei sich auf dem Zimmer behalten. Ich erfahre auch, dass dieser Baby-Bereich nur mit einem entsprechenden Schlüssel betreten werden kann. Das geschieht, damit die Muttis ohne Sorge ihre kleinen Sprößlinge hier abgeben können.
Zu diesem Teil der Station gehört auch das Stillzimmer, ein warmer Raum mit einer angenehmen, gemütlichen Atmosphäre. Hier finden die Mütter die notwendige Ruhe zum stillen, selbst Väter haben keinen Zutritt.
Am Amazonas klammern sich die Frauen vieler Urwaldvölker seit Urzeiten an Mangroven, während Sie im Fluss ihr Baby bekommne. Auf Hawaii nutzen viele Frauen Süßwasserteiche zwischen Moss und schattigen Bäumen zur Entbindung Bei den südkalifornischen Cumash-Iindianern trommelten Generationen von Stammes-Männern im Wellentakt, während die Schwangeren ein Stück mit den Delphinen hinausschwammen um später am Ufersaum ihr Kind ins salzige Meerwasser zu gebären .
Außer der Mutter und natürlich dem kleinen Wesen, das unbedingt ans Licht möchte, ist wohl bei einer normalen Geburt die Hebamme mit die wichtigste Person Eine Hebamme hat einmal über ihren Beruf gesagt: Es ist ein Weg, gepflastert mit Freude, Spannung und Mühe, gesäumt von Staunen, Schmerzen und Ängsten und im Reisegepäck benötigt man Geduld, Sensibilität und auch Mitgefühl.
Seit Anfang 2003 gibt es im Krankenhaus Lübbecke außer den bereits erwähnten 11 Hebammen noch zusätzlich eine Beleghebamme, das ist Anja Bräutigam aus Bünde. Sie betreut die Muttis schon vor der Geburt, begleitet sie dabei und ist auch später jederzeit ein Ansprechpartner, also ein “Rundumschutz” Etwas ganz anderes: Fotografieren Sie die süßen Kleinen aus so gerne?
Ich habe das bei meinen Kinder, es ist allerdings schon sehr lange her, immer wieder oft und gern gemacht. Ich wollte die Zeit festhalten, was natürlich nicht geht. Wahrscheinlich wird es Ihnen ähnlich gehen. Aber eigentlich zeigten die Bilder nicht das, was ich im Gedächtnis behalten wollte.
Vor einigen Wochen allerdings habe ich solche Bilder von Baby´s gesehen. Ich war einfach nur begeistert und fasziniert. Ein Säugling, verträumt, schlafend, weinend, glücklich, vielleicht auch nur einen Fuß oder eine Hand von diesem kleinen Wesen waren auf den Bildern zu sehen. Ich war natürlich neugierig und habe herausgefunden, dass diese Bilder von der Fotografenmeisterin Nadine Martin aus Bünde stamen.
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