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Ute Lange

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Ballett

von und mit Ute Lange

gesendet am: 12.07.2003

In der Technik: Udo Wecke

Ein Querschnitt durch die Welt des Ballett

Mögen Sie eigentlich Ballett und klassische Musik?


Vielleicht nicht? Schade, klassische Musik kann so schön sein, z.B. Ballettmusik. Noch besser, Sie schauen sich einfach mal ein Ballett an.

Ballett, was ist Ballett.
Der Brockhaus beschreibt es als einen von Musik begleiteten künstlerischen Bühnentanz. Aber es ist mehr, viel mehr, es ist Eleganz, Ästhetik und zugleich eine enorme sportliche Anstrengung. Zusammen mit der oft wunderbaren Musik beschert das Ballett dem Zuschauer einen Hochgenuss für Auge und Ohr. Außerdem ist es die Kunst, eine Geschichte statt mit Worten mit Musik und Tanz zu erzählen.
Immer schon haben Menschen getanzt. Die ersten Tänze waren wahrscheinlich Teile religiöser Zeremonien.

Bei den Griechen und Römern sah man den Tanz schon als Unterhaltung an.
Die Wurzeln des Balletts reichen rund 500 Jahre zurück.
Anfänglich sah man es nur im Zusammenhang mit Opernaufführungen, also mit Gesang. 1581 wurde das erste Ballett am französischen Königshof aufgeführt. Ludwig der XIV gründete 1661 die erste Ballettschule.
Aber besonders interessant ist, dass alle Frauenrollen zuerst nur von verkleideten Männern getanzt wurden.
1681 durfte erstmals eine Frau auftreten.

Bei dem Ballett Carmen wäre das mit den verkleideten Männern sicherlich etwas schwierig gewesen, denn die Rolle der feurigen Spanierin Carmen kann einfach nur eine Frau tanzen. 1875 schrieb George Bizet die Musik für die gleichnamige Oper, aber erst 1949 wurde Carmen in London als Ballett uraufgeführt

Für viele kleine Mädchen ist Tanzen ein Traumberuf. Jungen haben seltener diesen Wunsch, sie spielen oft lieber Fußball. Die meisten wissen auch nicht, dass die Ausbildung sehr hart ist. Das regelmäßige, meist tägliche Training, wird schon in sehr jungen Jahren begonnen. Außerdem müssen die Schülerinnen und Schüler bestimmte körperliche Voraussetzungen erfüllen. Bei vielen bleibt es ein Wunsch. Aber manche schaffen es doch, allerdings nur mit sehr viel Energie, Ausdauer und Zähigkeit. Ich denke wichtig für eine Tänzerin oder einen Tänzer ist sicherlich die Liebe zu seinem Beruf, denn sonst könnte er die täglichen körperlichen Belastungen nicht durchhalten und es würde ihm wahrscheinlich nicht gelingen, die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.

Ein Ballett, wie der Schwanensee, das eine Geschichte erzählt, nennt man Handlungsballett. Es besteht immer aus unterschiedlichen Szenen oder Akten. Häufig wird auch das Bühnenbild bei den einzelnen Szenen gewechselt.
Bei Themenballetten ist das anders, sie haben keine bestimmte Handlung, sondern stellen eine Stimmung oder eine Idee dar.

Abstrakte Ballette dagegen zeigen in erster Linie die Fähigkeiten des Tänzers. Die heutigen modernen Handlungsballette haben ganz andere Inhalte, wie die ursprünglichen klassischen Ballette. Sie behandeln zum Beispiel Themen wie Umweltschutz, Krieg oder auch allgemein Gewalt.

Eine ganz andere Musikrichtung finden wir in der Folk Opera "Porgy and Bess" von George Gershwin. Vor der Arbeit an dieser Oper verbrachte Gershwin einen Sommer in  Folly Island in der Nähe von Charleston um sich mit der afro-amerikanischen Jazzmusik vertraut zu machen. Es wird die tragische Geschichte der Bewohner des Farbigenviertels Catfish Row geschildert. Hier findet man das gelungene Zusammenspiel von Gesang und Tanz wieder

Wer einmal die Magie des Balletts gespürt hat, der kommt nicht mehr davon los, sowohl der Zuschauer, als auch der Künstler.
Aber es kommt bei jeder Tänzerin und bei jedem Tänzer die Zeit, wo für den Körper die Strapazen zu groß sind und die Kraft, jeden Abend auf der Bühne zu stehen nicht mehr da ist. Viele widmen sich dann der Choreographie. Sie vereinen Bühnenerfahrung mit der Theorie.

Hier wären unbedingt zu nennen:
Marius Petipa
George Balanchine
Rudolf Jurejew
John Cranke
und natürlich nicht zu vergessen
John Neumeier.

Der Choreograph ist die wichtigste Person bei der Entstehung eines Balletts, denn er bestimmt wie die Musik in Tanz umgesetzt wird.

Wenn ich bei einer Ballettaufführung im Zuschauerraum sitze, sieht alles immer so leicht und einfach aus. Aber allein schon die Schuhe wären für mich eine Qual. Doch Spitzenschuhe gehören zum Ballett.
Maria Taglioni war die erste Ballerina, die 1832 auf Spitzen tanzte. Sie wollte in dem Ballett La Sylphide" schwerelos wie eine Feder wirken.

Es ist fast unglaublich, eine Ballerina verbraucht 10 - 12 Paar Spitzenschuhe in einem Monat. Es kommt sogar vor, dass bei einer Aufführung ein Paar durchgetanzt ist, das heißt: dass die harte Sohle gebrochen ist. So schön die Schuhe auch aussehen, sie sind wirklich entsetzlich unbequem. 

Spitzenschuhe sind meist außen aus Satin und haben innen ein Leinenfutter. Die harte Spitze wird mit Hilfe einer Paste aus Leim und Zucker hergestellt.
Wenn die Ballettschülerinnen in der Ausbildung mit dem Training auf Spitzenschuhen beginnen, haben Sie oft Blasen und offen Stellen an den Füßen. Häufig versuchen sie ihre Füße mit viel Pflaster zu schützen.

In unserer heutigen technischen Welt haben Sie immer wieder die Möglichkeit sich ein Ballett im Fernsehen anzuschauen, aber die Atmosphäre des Theaters kann nicht ersetzt werden. Auch die Wirkung der oft  anspruchsvollen und farbenprächtigen Kostüme ist nicht wie im Theater. Biete sich Ihnen die Möglichkeit,  nutzen Sie sie, sehen Sie sich ein Ballett im Theater an. Ich bin überzeugt, auch Sie werden begeistert sein.

Sollten Sie übrings Probleme mit dem Tanzen haben, nehmen Sie es nicht zu tragische.
Ein altes malaiisches Sprichwort sagt:
"Wer nicht tanzen kann, der schiebe die Schuld auf die Unebenheit des Bodens
.

Ein Teil diese Sendung war ein Interview mit Sören Niewelt. Er hat seinen Traum verwirklicht und ist Tänzer geworden. Seine Tanzausbvildung gegann er in Hamburg im Internat von John Neumeier, dann folgte ein Tanzstudium in Australien und jetzt lebt Sören in Brasilien, ist verheiratet und war Mai letzten Jahres zu Besuch bei seinen Eltern. Ich habe diese Gelegenheit genutzt mit ihm zu sprechen.

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